Wunschkonzert 2017 - Blaskapelle Virnsberg
Wunschkonzert 2017
VIRNSBERG (12.04.2017) -

Das im Jubiläumsjahr 2016 ins Leben gerufene Wunschkonzert wurde auch im 51. Lebensjahr der Blaskapelle Virnsberg weitergeführt, schließlich sollte die selbstgebaute Musikbox nicht im Keller verstauben. Und auch die Musiker selbst sehnten sich nach der langen Winterdürre wieder nach einem musikalischen Ereignis, bei dem die Instrumente mal richtig ausgespielt werden durften.

Die Unterteilung des Programms wurde ebenfalls beibehalten, so dass auch am Abend des 08. Aprils wieder mal die Kleinsten oder besser gesagt Jüngsten den musikalischen Auftakt bildeten. Diesmal saßen die WIMler zusammen mit der gesamten Blaskapelle Virnsberg auf der Bühne, wodurch sich ein beeindruckendes Aufgebot von insgesamt 52 Musikern ergab. Platztechnisch ging es also eher kuschelig zu, musikalisch dagegen demonstrierte die Besetzung mit dem ersten Lied "Gruß an den Frühling" gleich zu Beginn einmal, dass nicht nur der Frühling sondern auch alle Musiker längst aus dem Winterschlaf erwacht sind. Die bekannten Frühlingsmelodien wie "Alle Vöglein sind schon da" und Co hielten viele Takt- und Dynamikwechsel bereit, die Jung und Alt gut meisterten. Und die in der Mehrzweckhalle Flachslanden zur Dekoration aufgestellten Birkenbäumchen dürften durch die frühlingshafte Stimmung sicherlich noch ein paar Blättchen zusätzlich bekommen haben.

Weiter machte anschließend der Querflöten-Nachwuchs. Die drei Mädels spielten unter Anleitung ihrer Lehrerin Sophie Beck zwei traditionelle Lieder und überzeugten dabei mit richtig schönem, runden Klang die Konzertbesucher. Die Klarinetten-Mädels präsentierten zusammen mit ihrer Lehrerin Andrea Zink sogar gleich drei Musikstücke. Durch die mehrstimmige Besetzung war es möglich, dass die Musikerinnen trotz ganz unterschiedlicher Lernstufe einwandfrei zusammen musizieren konnten. Bei den Schlagzeugern kamen beim Stück "Marchalong" zum Abschluss noch alle möglichen Rhythmus- und Perkussionsinstrumente zum Einsatz.

Der erste Konzertteil wurde dann von den WIMlern und den Virnsbergern mit dem Lied "Beethoven forever" zusammen beendet.
Musikalisch zeigte sich bereits ein deutlicher Unterschied zum letztjährigen Wunschkonzert-Auftritt: weitaus viel weniger "Giegser" oder falsche Töne waren zu hören und auch die Intonation hat sich schon wesentlich verbessert. Die vielen Einzelproben zusammen mit den Lehrern, hoffentlich auch zuhause sowie zusammen mit der Blaskapelle Virnsberg im Fall der beiden gemeinsam gespielten Stücke zahlten sich eben doch aus. Das ist selbstverständlich nicht nur für die Zuhörer erfreulich. Auch für die Kinder und Jugendlichen dürfte das ein Ansporn sein, am Ball zu bleiben und nach der ganzen mühsamen Lernphase endlich den Erfolg zu ernten, wie Dirigent Ernst Berendes wortgemäß den Jungs und Mädels nach dem Auftritt wissen ließ. Schließlich bringe das Musizieren in der Regel nicht nur einem selbst, sondern auch vielen anderen Leuten Freude. Berendes dankte nicht nur den Musikschülern für ihr Engagement, auch bei den Eltern bedankte er sich für ihr Durchhaltevermögen und deren Mühen, worunter unter anderem nicht nur erbrachte Fahrdienste sondern sicherlich auch die ein oder andere Predigt zum Thema "Übung & Fleiß" fielen.

In der kurzen Umbauphase konnten die Besucher einen Happen essen und die Gläser auffüllen lassen, bevor es dann mit dem Konzertteil der Blaskapelle weiterging. Die Kapelle eröffnete mit dem "Festmarsch" von Ludwig van Beethoven und ließ die Anwesenden dann mit dem Märchenwalzer im Dreivierteltakt schunkelnd ein bisschen träumen. Gemütlich und dennoch zackig schloss sich die Polka "Im Wäldchen" an. Moderator und Dirigent Berendes klärte das Publikum zum nächsten Stück "Bummelpetrus" auf, wie der Titel zu verstehen ist. Nämlich dass gemäß Refrain der Petrus "der alte Bengel heut mit einem Engel einen kleinen Bummel macht." Die eher langsame Polka hat nach dieser textuellen Offenbarung sicherlich den ein oder anderen Zuhörer überrascht. Mit dem Klassiker "Moon River" aus dem bekannten Film "Breakfast at Tiffany’s" deckte die Kapelle auch das Jazz-Genre ab. Und wie das eben bei einem guten Konzertprogramm ist, bildete das Abschlussstück des zweiten Teils mit "Per aspera ad astra" - einem zackigen Marsch - nicht nur einen Kontrast zum Vorgängerstück, sondern lud die Anwesenden auch dazu ein, beim anschließenden dritten Programmpunkt des Abends fleißig die Jukebox zu bedienen.

Die Handhabung der Blaskapellen-Jukebox war einigen der Anwesenden bereits bestens aus dem Vorjahr bekannt. Auch für Neulinge war das Konzept schnell zu begreifen: Aus unserer Playlist von insgesamt fast 50 Liedern konnte man sich ein Stück aussuchen. Nach Einwurf einer kleinen, frei wählbaren Spende konnte die Liednummer in die Wundermaschine eingeworfen werden. Nachdem alle Musiker die richtige "Platte" aufgelegt hatten, wurde das Stück dann in bester Live-Qualität und selbstverständlich ohne Hänger oder Kratzer abgespielt. Dadurch ergab sich im Laufe des Abends eine wilde und zu 100% ganz individuelle Liederkombination, einzig und allein zusammengestellt vom Publikum selbst. "The Lion sleeps tonight", "Die Sendung mit der Maus" und sogar "Killing me softly" waren ebenso vertreten wie absolute Blaskapellen-must-haves a la "Böhmischer Traum", "Wir Musikanten" und "Nach meiner Heimat". Traf ein Lied mal nicht eines jeden Zuhörers Gehörnerv, konnte dieser höchstpersönlich durch Betätigung der Jukebox für eine Programmänderung nach seinen Wünschen sorgen.

Am besten schmecken die Klänge an einem Samstagabend selbstverständlich in Verbindung mit am Seidla oder am Schobbn und am leggern Weggla. Für die Ausgabe von Speis und Trank dürfen wir uns deshalb herzlich bei unseren Angehörigen und passiven Mitgliedern bedanken - ohne euch wäre so ein Abend nicht möglich!

Wer diesen Abend nun verpasst hat, kann gerne mal einen Blick auf unsere Termine werfen. Im laufenden Jahr wird die Blaskapelle noch einige Auftritte spielen und wir freuen uns darauf, auch zu diesen Anlässen Zuhörer aus Nah und Fern begrüßen zu dürfen.


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