50 Jahre 1. Europa-Musikzug Dietenhofen - Blaskapelle Virnsberg
50 Jahre 1. Europa-Musikzug Dietenhofen
VIRNSBERG (23.07.2018) -

UVD-Rangauabend

Zwei Jahre nach unserem Jubiläum war nun unser Nachbar aus Dietenhofen an der Reihe: der 1. Europa-Musikzug, mit dem wir seit vielen Jahren befreundet sind, feierte vom 13. bis 15. Juli sein 50-jähriges Bestehen. In bewährter Weise wurde das Festwochenende mit dem UVD-Rangau-Abend am Freitag auf dem Festplatz in Dietenhofen eingeläutet. Um 19:30 Uhr trafen sich die drei Kapellen aus Unternbibert, Virnsberg und Dietenhofen gemeinsam auf der Bühne, um im voll besetzten Zelt das erste Gemeinschaftsstück „An die Freude“ anzustimmen. Anschließend entführten die drei Musikvereine das Publikum abwechselnd in die weite Welt der Blasmusik: von den „Ungarische Tänzen“ über „Moment for Morricone“ bis zum „Florentiner Marsch“. Mit dem „Kellermeister“, ein Solostück für Tuba (ja, richtig gelesen, liebe FLZ) zeigte unser Solist Reinhard Zink, was ein Bass musikalisch so alles kann.

Aber nicht nur für die Ohren war etwas geboten: das Stück „Original Dixieland Concerto“ , aufgeführt durch den Jubilar aus Dietenhofen und einer absolut authentisch und herzerwärmenden Combo, welche laut Moderator Helmut Stark „eigens dafür aus New Orleans“ angereist war, brachte die Gäste sichtlich zum Schmunzeln. ;-) Mit dem vollen Sound von rund 100 Musikern erklangen außerdem die Klassiker „Instant Concert“, das Jubiläumslied „Ein halbes Jahrhundert“ sowie die Polka „Böhmische Liebe“ im Gemeinschaftschor. Mit jeder Stunde stieg auch die Stimmung im Festzelt und spätestens bei der Kuschel-Polka wurde kräftig mitgesungen. An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an die Blaskapelle aus Wildenholz, die extra zu diesem Anlass angereist war und sich beim Singen, Klatschen und Schunkeln nicht lumpen lies.

Welch besseren Abschluss gibt es als die Musiker-Hymne „Wir Musikanten“ als (teilweise gesungener) Gemeinschaftstitel? - Richtig, nichts - und so war nach knapp drei Stunden Blasmusik der Höhepunkt des Abends und gleichzeitig das Ende des offiziellen Programms erreicht. Aber dies wollte das Publikum so nicht hinnehmen und plädierte lautstark auf die ein oder andere Zugabe. Die es natürlich bekommen sollte. Nachdem unsere beiden UVD-Partnervereine bei unserem Jubiläum 2016 ordentlich für Stimmung im Bierzelt sorgten, griffen auch wir tief in unsere Trickkiste und fanden: zwei Rasseln, einen feurigen Alfred und die mitreißenden Rhythmen von „Saludos Amigos“. Man mische dies noch sorgfältig mit etwas Blasmusiksound und – tada – das Ergebnis: eine bebende Bühne, vor Freude hüpfende Notenständer und ein tobendes Publikum auf den Bänken. Spätestens mit den folgenden Liedern „ Böhmischer Traum“, „Auf der Vogelwiese“ und „Dem Land Tirol die Treue“ entließen wir die Zuschauer mit dem ein oder anderen Ohrwurm. Aber nicht nur den Zuhörern hat der Abend gut gefallen – so ließen sich noch einige Musiker auf einen verlängerten Abend bei bester Stimmung ein – entweder auf der Bühne, wo der Gastgeber weiter für die musikalische Unterhaltung sorgte, oder beim gemeinsamen „Tschibberla“ (die Schreibweise ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch – aber selbst das allwissende Google hat bei dieser Suchanfrage das Handtuch geschmissen..) im Festzelt oder der Bar.

An dieser Stelle sind noch ein paar Dankesworte angebracht: Zunächst unsere herzlichen Glückwünsche dem 1. Europa-Musikzug zum 50-jährigen Jubiläum und ein Dankeschön für euer Engagement in der Jugendarbeit und als „Mehr-Generationen-Projekt“.

Ein herzliches Dankeschön auch...

… für die tolle Organisation – wir wissen was alles dranhängt ;-)
… an unser super Publikum, das sich immer wieder begeistern ließ
… an Ernst & Erwin für die Programm-Auswahl und Organisation und an Alfred, der keinen Muskelkater und keine Blasen gescheut hat
… dafür, dass wir den Geist des UVD-Rangauabends einmal mehr in dieser Art und Weise aufleben lassen konnten
… für diesen einfach schönen Gemeinschafts-Abend

Danke - Jetzt könnt ihr die Taschentücher wieder einpacken ;-)

Kreismusikfest zum Abschluss am Sonntag

Aber mit dem UVD-Abend war das Jubiläumswochenende für uns als Blaskapelle Virnsberg noch nicht zu Ende. Nachdem sich der ein oder andere auch zum Stimmungsabend am Samstag nach Dietenhofen begeben hatte, trafen wir uns spätestens alle am Sonntag um 13 Uhr zum großen Gemeinschaftschor mit anschließendem Festumzug wieder. Der Wettergott hatte zum Glück ein Einsehen mit dem Jubilar und seinen rund 20 weiteren Kapellen sowie unzähligen weiteren angereisten Vereinen und ließ den Starkregen an diesem Sonntag ein paar Kilometer weiter abregnen. Auch dafür ein „Danke“ - wir hätten sonst wohl die Schwimmflügel auspacken müssen.
Nach den Gruwßworten durch Bürgermeister, stellv. Landrat und Vertreter des NBMB präsentierten rund zwanzig Musikkapellen und Spielmannszüge gemeinsam die Lieder „Wir Musikanten“, „Frankenlied-Marsch“ sowie die Bayern- und Deutschlandhymne vor vielen Zuschauern.

Anschließend folgte die Aufstellung zum Festzug. Vorbei an vielen Besuchern entlang der Straßen führte dieser auf fast direktem Wege ins Festzelt. Es hat definitiv einige Vorteile, wenn man als eine der ersten Gruppen (Nr. 7) laufen darf :-) Dank der guten Organisation warteten im Festzelt bereits erfrischende Getränke auf uns, während wir den Einmarsch des restlichen Umzugs miterleben konnten.

Nachdem alle Gruppen im Zelt angekommen waren und die Ehrengäste, die Partner-Blaskapelle aus Gresten in Österreich und der Jubelverein ins Zelt gespielt wurden, begann der „gemütliche“ Teil des Tages mit dem Kreismusikfest.
Den Anfang mit „Böhmischer Traum“ und „Wir Musikanten“ machte natürlich der gastgebende Jubilar unter der Leitung von Andreas Doßler, in die alle im Zelt verteilten Blaskapellen einstimmten. Dem Publikum im komplett vollbesetzten Zelt bekam also ein richtiges Sounderlebnis mit rund 400 Musikern geboten.
Anschließend ging der Taktstock reihum – jede Kapelle durfte ein Lied seiner Wahl anstimmen, in welches wiederum die Musikerkollegen einstimmten, darunter viele Klassiker, die bereits am Freitagabend im Festzelt erklungen sind.
Obwohl wir natürlich alle geübte Musiker sind und auch die ein oder andere (langjährige) Übung mit Bierzeltbänken haben (stehend als auch sitzend), ist das Spielen auf und zwischen Bierzeltbänken in einem vollbesetzten Bierzelt durchaus auch eine Herausforderung für uns. Schließlich hat so jedes Instrument seine eigenen Platzansprüche und dadurch passierte es am Sonntag nicht selten, dass der Nachbar mal eine Querflöte im Gesicht hatte oder der Posaunenzug durch den Teller mit Currywurst-Resten gezogen wurde. ;-)

Aber alles halb so wild – spätestens wenn das nächste Lied erklang, war jeder wieder in seinem Element.

P.S. an alle FLZ-Leser: Nichts als die reine, ungeschönte Wahrheit bekommt ihr nur hier bei uns :)


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